Kalender 2026 - September

-> PDF Download

„Archetypen des Verzeihens – eine kreative Übung zum Loslassen“

Thema: Selbstheilung durch Symbolarbeit und künstlerischen Ausdruck

  1. Was sind Archetypen?

    Archetypen sind innere Bilder oder Rollen, die in vielen Menschen ähnlich vorkommen – zum Beispiel die Weise, der Beschützende, das verletzte Kind oder die Mutige.
    Sie stehen für Teile in uns, die unterschiedliche Erfahrungen, Emotionen und Bedürfnisse tragen.

    Wenn du mit Archetypen arbeitest, malst oder gestaltest du also keine fremden Figuren,
    sondern symbolische Anteile deiner eigenen Persönlichkeit.
    Diese Arbeit kann helfen, Gefühle mit Abstand zu betrachten und zu verstehen,
    was in dir wirken oder heilen möchte.

     

    Warum Verzeihen nichts mit Vergessen zu tun hat

    Verzeihen bedeutet nicht, das Geschehene gutzuheißen.
    In Wirklichkeit ist es oft nur der Moment, in dem du entscheidest,
    den Schmerz nicht länger zu nähren.

    Verzeihen ist kein Muss – es ist ein Angebot an dich selbst:
    Leichter werden.
    Es darf langsam gehen, in deinem Tempo, mit deinen Bildern.

    Kunsttherapeutische Übung – „Archetypen des Verzeihens“

    Material: Papier, Farben, Stifte, Zeitschriften, Schere, Kleber (Collage oder Malerei – wie es dir liegt)
    Zeit: ca. 20–30 Minuten
    Ort: ruhig, ungestört, mit offenem Herzen (und vielleicht einer Tasse Tee)

    Schritt 1: Der verletzte Anteil

    Gestalte ein Symbol oder Bild für den Anteil in dir, der verletzt wurde.
    Du musst nicht das konkrete Ereignis darstellen – nur das Gefühl.
    Welche Farbe, Form oder Bewegung steht dafür?
    Wenn dieser Anteil sprechen könnte – was würde er sagen?

    Schritt 2: Der beschützende Anteil

    Jetzt gestalte den Teil in dir, der dich schützen möchte.
    Das kann ein Tier, eine Person, ein Fantasiewesen oder einfach eine Farbe sein.
    Dieser Anteil steht für deine Stärke, deine Grenzen und deinen Mut.

    Schritt 3: Der heilende Anteil

    Zum Schluss entsteht der Anteil, der auf das Ganze schauen kann.
    Er sieht den Schmerz, versteht seine Geschichte –
    und entscheidet, was bleiben und was gehen darf.

    Schritt 4: Das Zusammenspiel

    Lege deine drei Bilder nebeneinander.
    Spüre, was zwischen ihnen passiert:

    • Möchten sie sich annähern?
    • Halten sie Abstand?
    • Gibt es vielleicht ein Wort, das sie miteinander verbindet – „Ruhe“, „Frieden“, „Genug“?

    Diese Übung soll nichts erzwingen.
    Sie darf einfach zeigen, dass du dich siehst –
    mit all deinen Anteilen, allen Geschichten und allen Farben.

    Weiterführender Impuls

    Wenn du magst, schreib am Ende einen kleinen Satz,
    der deinen inneren Prozess zusammenfasst.
    Zum Beispiel:

    „Ich darf heil sein, auch wenn nicht alles gut ist.“
    Oder:
    „Ich nehme die Lehre mit, nicht den Schmerz.“

    Lege deine drei Archetypen irgendwo hin, wo du sie ab und zu wiederfindest.
    Sie erinnern dich daran:
    Verzeihen darf wachsen – langsam, achtsam, in deinem eigenen Rhythmus.

Email: dw.sensi.trauma.consult@gmail.com
Telefon:0178 1857 827